Aktuelles aus der Tagespflege

 

kindertagespflege vertretungsstelle 0007Unsere Vertretungstagesmutter stellt sich vor

Interview mit Claudia Dumke

Damit die Kinder im Krankheitsfall der Tagesmutter oder des Tagesvaters weiterhin betreut werden können und ihre Entwicklung in der Tagespflege nicht gehindert wird, kann auf unser Vertretungsmodell zurückgegriffen werden, das sowohl den Eltern und Kindern, als auch den Tageseltern die Zeit der Vertretung so angenehm wie möglich gestaltet: Seit dem 1. August 2016 ist Claudia Dumke beim Mütterzentrum e.V. Leipzig für die Kindertagespflege als Vertretungstagesmutter angestellt. In der Vertretungstagespflegestelle in der Jonasstraße 11 kann sie bei Ausfall unserer Tagespflegepersonen bis zu fünf Kinder betreuen. Im Interview geht sie auf häufige Fragen der Eltern ein und erklärt, was im Vertretungsfall beachtet werden muss.

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Was hat Sie dazu bewogen, Tagesmutter zu werden, welche Qualifikationen und Erfahrungen bringen Sie mit?

Kinderbetreuung hat mir schon immer viel Freude bereitet – bereits lange vor meiner Tätigkeit als Vertretungstagesmutter habe ich mich ehrenamtlich in Kindertagesstätten engagiert und Kinderbetreuung im privaten Bereich angeboten. Seit Anfang des Jahres habe ich nun mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe mir in einer Reihe von Fortbildungen ein fundiertes Fachwissen zu relevanten Themen der Kindertagespflege angeeignet – selbstverständlich auch zur ersten Hilfe bei Kleinkindern. Außerdem bilde ich mich stetig auch privat weiter, besuche Infoabende und nehme an Kursen örtlicher Bildungsträger teil (z.B. an der Universität Leipzig zum Thema Allergien). Diese Mischung aus theoretischer Expertise und meine umfangreichen praktischen Erfahrungen haben mich optimal auf die Tätigkeit als Tagesmutter vorbereitet.


Unter welchen Umständen springen Sie für die Tagespflegepersonen ein?

Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Meistens, wenn die Tagespflegeperson aus gesundheitlichen Gründen verhindert ist, aber auch z.B. in Havariefällen. Allerdings nicht bei Urlaub. In der Regel wird jedoch zuerst im privaten Umfeld der Eltern nach Betreuungsmöglichkeiten gesucht. Erst, wenn auf diesem Weg kein Ersatz gefunden werden kann, wenden sich die Tagespflegepersonen an mich.


Also wird die Vertretung von der Tagesmutter oder dem Tagesvater organisiert?

Genau. Können die Kinder der verhinderten Tagespflegeperson nicht privat betreut werden, fragt die Tagesmutter oder Tagesvater bei mir an, ob Kapazitäten frei sind. Ich kann bis zu fünf Kinder betreuen, wobei die Plätze nach Dringlichkeit vergeben werden. Da wir sehr gut vernetzt sind, ist dieser Weg der direkten Anfrage der schnellste und beste. Für jedes Kind, das ich betreue, wird eine individuelle Übergabe gemacht, in der auf besondere Bedürfnisse hingewiesen wird. Welche Kinder in der Vertretungsstelle betreut werden, melde ich dann an die Leitung unserer Kindertagespflegevermittlung. Die Eltern müssen sich also fast um nichts kümmern.

Habe ich gerade keine andere Vertretung, ist es auch möglich, dass ich in die anderen Tagespflegestellen komme und vor Ort aushelfe – auch stundenweise. So wird den Eltern der Umweg zur Vertretungsstelle erspart und die Kinder können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.


Was müssen Eltern beachten, wenn sie ihr Kind in die Vertretungspflegestelle bringen?

Die wichtigste Information für die Eltern ist, dass der Vertrag, den sie mit ihrer Tagesmutter oder ihrem Tagesvater geschlossen haben, unverändert auch in der Vertretungsstelle gilt. Alle Absprachen bleiben bestehen, wie zum Beispiel die Zeiten zum Bringen und Abholen der Kinder. Zusätzlich wird für die Unfallkasse ein Vertretungsvertrag geschlossen.

Der einzige Unterschied ist, dass ich in der Vertretungsstelle in der Regel keine Lebensmittel vorrätig habe und auch keine Kleidung für die Kinder. Je nach Absprache mit der Tagesmutter oder dem Tagesvater muss die Verpflegung gegebenenfalls von den Eltern mitgebracht werden. Ebenso die Kleidung und andere Sachen, die das Kind den Tag über benötigt.


Was kostet die Vertretung?

Die Kosten für die Vertretung teilen sich die Stadt Leipzig, der Träger und die verhinderte Tagespflegeperson. Für die Eltern entstehen keine zusätzlichen Kosten.


Gibt es alternative Betreuungsmöglichkeiten, wenn Sie bereits fünf Kinder betreuen?

Wenn im Umfeld der Eltern keine Vertretung gefunden werden konnte und ich mit fünf Kinder ausgelastet bin, können sich Tagespflegepersonen beispielsweise auch gegenseitig vertreten. Das ist eine gute Alternative, wenn die Tagespflegestellen sich in räumlicher Nähe zueinander befinden und sich die Tagesmütter/-väter untereinander bereits kennen. Auch eine vom Amt geprüfte private Vertretung kann von der verhinderten Tagespflegeperson in Anspruch genommen werden.


Ist es schwierig für die Kinder, sich plötzlich in einer neuen Umgebung mit einer fremden Betreuungsperson wiederzufinden?

Diese Sorge haben viele Eltern. Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass die Kinder in aller Regel sehr gut in der Vertretungspflegestelle ankommen. Es ist im Gegenteil eher so, dass die Kleinen ganz begeistert die neuen Räume erkunden und das ungewohnte Spielzeug ausprobieren. Um solche Sorgen zu zerstreuen, dürfen die Eltern natürlich gerne an den ersten Tagen der Vertretung beim Abgeben länger bleiben, im Vorfeld zum Kennenlernen vorbei kommen oder auch zwischendurch anrufen.


Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Tagespflegepersonen?

Seit Januar 2016 bin ich nun als Vertretungstagesmutter tätig und habe auf diesem Weg bereits viele der Tagespflegepersonen, die mit dem Mütterzentrum e.V. Leipzig zusammenarbeiten, kennenlernen können. Seit ich beim Mütterzentrum e.V. Leipzig angestellt bin, hospitiere ich (wenn möglich) wöchentlich bei einer der vertretenen Kindertagespflegestellen und mache mich so mit den anderen Tagespflegepersonen, den Kindern und den individuellen Abläufen vertraut. Manche der Tagesmütter und -väter kenne ich auch bereits von gemeinsamen Weiterbildungen oder aus dem Familienzentrum Thekla, wo ich das Team unterstütze, wenn ich gerade keine Vertretung habe. So ist ein enges persönliches Netzwerk entstanden.

Dieses gegenseitige Kennenlernen und Vertrauen ist mir sehr wichtig, deshalb wird es in der Vertretungsstelle regelmäßig Tage der offenen Tür geben, bei denen Tagespflegepersonen und Eltern die Räumlichkeiten der Vertretungsstelle besichtigen und offenen Fragen klären können.


Herzlichen Dank für das nette Gespräch. Schön, Sie an Bord zu haben.

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