Kurzkonzept der Praktischen Schule Leipzig

2016 04 27 praktische schule 002 breit

Allgemeines

Die Praktische Schule ist eine Grundschule mit Hort. Schule und Hort arbeiten eng zusammen und schaffen somit ein anregungsreiches Ganztagsangebot.
Die Kinder lernen in altersgemischten Gruppen von ca. 20 Schülern mit einem Lehrer und einem Lernbegleiter je Gruppe. Zu bestimmten Themen/Anlässen können altershomogenen Gruppen gebildet werden (z.B. Fremdsprachenerwerb, Sport).
Die Praktische Schule steht jedem Kind offen. Es werden die in den Lehrplänen für öffentliche Grundschulen in Sachsen festgelegten Lernziele und Kulturtechniken vermittelt. In der 4. Klasse bieten wir eine Vorbereitung auf die Eignungsprüfung für das Gymnasium an und bereiten die Kinder mit speziellen Angeboten auf den Übergang in die Oberschule/das Gymnasium vor bzw. erteilen eine Bildungsempfehlung, sobald dafür die Genehmigung der Bildungsagentur vorliegt.
Wir arbeiten in Anlehnung an den aktuellen pädagoischen Forschungsstand und an verschiedene Konzepte und (reform)pädagogische Ansätze, die sich in der Praxis bewährt haben.
Die Praktische Schule ist konfessionsfrei und bietet keinen Religionsunterricht an. Im Rahmen der Lehrplanziele des Ethikunterrichts setzen sich die Schüler u. a. mit Weltsichten und Glauben im Allgemeinen und den verschiedenen Glaubensrichtungen auseinander.
Es gelten die Ferienzeiten – und -regeln sowie die gesetzliche Feiertagsregelung des Freistaates Sachsen.

Grundsätze

Kinder lernen von sich aus. Sie wollen eigene Erfahrungen machen, die Welt entdecken, erforschen und verstehen. Sie wollen mit allen Sinnen wahrnehmen und begreifen, sich ausprobieren, ihre Fähigkeiten erweitern und ihr Können zeigen. Sie haben Freude daran. In der Praktischen Schule soll diese Freude erhalten bleiben.
Fehlversuche und Scheitern sind dabei eine wichtige Quelle von Entwicklung. Sie gehören zum Lernprozess und sind ebenso lernintensiv wie Erfolg.
Kinder wie Erwachsene lernen vor allem, indem sie die Dinge selbst tun. Am besten gelingt dies in konkreten Anwendungszusammenhängen. In unserer Schule wollen wir die Kinder dabei unterstützen, so viel wie möglich in praktischen und für die Kinder relevanten Kontexten selbst zu tun. Wir vertrauen auf ihre Fähigkeiten und übergeben ihnen die Verantwortung, die sie tragen können.
Gelingendes Lernen geschieht auf der Basis guter zwischenmenschlicher Beziehungen. Dafür brauchen Kinder kompetente und verlässliche Erwachsene. Sie brauchen Struktur, Orientierung und Anerkennung. Die Praktische Schule bietet ein klares, sicheres, unterstützendes und strukturiertes Umfeld, in dem Kinder gemeinschaftlich und selbstbestimmt lernen können. Sie schafft eine Atmosphäre von Wertschätzung, Offenheit, gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Der achtsame Umgang mit persönlichen Grenzen ist selbstverständlich. Wir pflegen eine klare Kommunikation. Wir achten darauf, dass diese Werte unter den Kindern eingehalten werden.
Alle jeweils betroffenen Kinder und Erwachsenen sind entsprechend ihren Fähigkeiten an der Gestaltung des Alltags und an der Verhandlung von Konflikten und Regeln beteiligt.
Wir bestärken die Kinder zum selbstständigen Denken und Handeln.
Spielen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Das Lernen im freien, selbstbestimmten Spiel ist eine natürliche Form des Lernens. Die Praktische Schule nimmt diesen Punkt ernst, indem sie Spielen als selbstverständliche Form des Lernens und Erlebens – auch in den schulischen Pflichtaufgaben – nicht nur zulässt, sondern stets mitdenkt, einbezieht und fördert. Zum anderen gewährt sie den Kindern durch großzügige Pausen und die anregungsreiche Gestaltung der Umgebung ausreichend Raum zum Spielen auch außerhalb der Lernzeiten.
Bewegung ist ein Grundbedürfnis und essentiell für die gesunde physische, psychische und kognitive Entwicklung des Organismus. Bewegung/Bewegungsfreiheit ist zentral für erfolgreiches Lernen. Die Praktische Schule bietet unterschiedliche und vielfältige Möglichkeiten für Bewegung und Lernen in Bewegung, z. B. durch geeignete Raumgestaltung, naturnahes Außengelände, Projekte im Freien und ausreichend Pausen.
Ebenso essentiell ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung, auf die wir achten.

Besonderes pädagogisches Profil

Die Praktische Schule legt den Fokus auf das Lernen durch Tun und Erfahrung in lebensnahen Kontexten. Das geschieht an der Praktischen Schule durch zwei sich wechselseitig beeinflussende und sich durchdringende Komponenten:
Erstens: Ein hoher Anteil an Projektarbeit: Die Kinder schulen ihre Fähigkeiten zu einem großen Teil in ihren eigenen Projekten. Die Schule stellt Lehrer zur Unterstützung und Begleitung und vielfältige Lernumgebungen und Materialien bereit. Sie schafft authentische und für die Kinder relevante Situationen und Umgebungen, die sie brauchen, um sich tiefgreifend, kritisch und selbstverantwortlich mit ihren Lerngegenständen auseinander zu setzen, sich auszuprobieren und nachhaltiges, anwendbares Wissen zu erwerben.
Zweitens: Regelmäßiger Bezug zum gesellschaftlichen Alltag durch ein funktionierendes Netzwerk außerschulischer Partner. Dort, wo es sich anbietet, soll Wissen aus erster Hand, im unmittelbaren Kontakt zu Fachleuten und Praktikern – wenn möglich in ihrer Arbeitsumgebung – vermittelt werden.
Dafür kooperieren wir mit vielfältigen Partnern im Umfeld der Schule: Eltern, Unternehmen, Werkstätten, öffentliche Einrichtungen, wie Theater und Museen, andere soziale und pädagogische Einrichtungen, Zeitzeugen, Vereine u. a.  
Partnerschaften werden, neben den Erfordernissen der Lehrplanziele, aus einem bestimmten Interesse der Schüler heraus gesucht und aufgenommen. Umgekehrt kann durch neue Partner (neue Eltern, neue Betriebe, neue Vereine) das Interesse der Schüler geweckt und eine Kooperation begonnen werden. Das Netzwerk wächst und verändert sich also mit der Vielfalt der Schülerinteressen und den Möglichkeiten der Kooperationspartner.
Wir sehen unser Netzwerk als eine wichtige Grundlage unserer Arbeit. Es verwurzelt unsere Schule im gesellschaftlichen Alltag, seinen Möglichkeiten, seinen Regelungen und Grenzen. Es schafft für die Schüler einen Erfahrungsraum in der Berufs-, Fach- und Alltagswelt der Erwachsenen, den sie brauchen und wollen. Gerade von dem, worauf Schule hauptsächlich vorbereiten soll, dem Berufsleben, sind Kinder in unserer hochspezialisierten Welt häufig ausgeschlossen. Vielen Jugendlichen fällt es schwer, sich für eine Richtung oder einen Beruf zu entscheiden, weil sie kaum eigene unmittelbare Erfahrungen, Einblicke oder Berührungen mit dem entsprechenden Berufsalltag hatten und sich daher nur eingeschränkt vorstellen können, was es beinhaltet. In der Praktischen Schule gehört der regelmäßige Kontakt zu Berufspraktikern deshalb von Anfang an zur Normalität. Sowohl als direkte sinnliche Erfahrung eines Berufstätigen in seiner Arbeitsumgebung vor Ort, als auch als Gast, Experte, Projektteilnehmer oder Leiter eines Workshops in der Schule.

 

Eine Woche gestaltet sich beispielsweise wie folgt:

2016 11 24 Stundenplan

 

Zusätzliche Informationen