Der Mütterzentrum e.V. Leipzig

 Der Mütterzentrum e.V. Leipzig feierte am 2. Oktober 2015 seinen 25. Geburtstag.

Über den Verein

Der Mütterzentrum e.V. Leipzig setzt sich seit seiner Gründung 1990 für die Interessen von Familien in Leipzig ein. Er ist seit 1992 als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt und auf dem Gebiet der Familienbildung tätig.

Der Verein ist Träger von vier Familienzentren, zwei Kindertagesstätten und einer Kindertagespflegevermittlung in Leipzig und in folgenden Stadtteilen vertreten:

  • Paunsdorf: Familienzentrum und Kindertagesstätte „Kleine Entdecker“, Kindertagespflegevermittlung und Geschäftsstelle
  • Plagwitz: Familienzentrum und Kindertagesstätte „Treffpunkt Linde“
  • Grünau: Familienzentrum
  • Thekla: Familienzentrum

 Die Vereinssatzung des Mütterzentrum e.V. Leipzig finden Sie hier.

 

Konzeption des Mütterzentrum e.V. Leipzig

Zielgruppen

Das Angebot der Familienzentren richtet sich an

  • Mütter und Väter mit ihren Kindern
  • Großeltern mit ihren Enkeln
  • alle weiteren an der Erziehung von Kindern Beteiligten und Interessierten

Prinzipien und Grundsätze unserer Arbeit

Unserer Arbeit liegen Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen und ihren verschiedenen Lebensentwürfen zu Grunde. Jeder Mensch wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und begleitet. Wir begreifen Familie als individuelles System, das aber auch von gesellschaftlichen Bedingungen beeinflusst wird. Wir bringen in Erfahrung, was Familien brauchen, um so mit unserem Angebot bedarfsorientiert handeln zu können.

Im Bewusstsein, dass starke, zufriedene Eltern starke, zufriedene Kinder groß ziehen, stärken wir nicht nur die Eltern, sondern auch ihre Kinder, deren Entwicklung zu selbstbewussten und gesunden Persönlichkeiten uns ein besonderes Anliegen ist. Wir ermöglichen es, Kinder in ihrer Individualität zu erkennen und zu fördern.

Das Miteinander in unserem Verein wird bestimmt durch Offenheit, gegenseitige Achtung, Ehrlichkeit, Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Wir sind sehr daran interessiert, dass diese Werte und Normen nicht nur unser tägliches Zusammensein im Familienzentrum bestimmen, sondern auch in den Familien weiter gelebt werden. Die Idee der gewaltfreien Erziehung und Partnerschaft bestimmt unseren Alltag.

Ein Grundprinzip unserer Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. wir stärken und erhöhen das Potenzial der Eltern, fördern eine innige und vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern und vermitteln Werte und Rituale, die das gesunde Zusammenleben in der Familie, in der Gesellschaft und der unmittelbaren Umwelt unterstützen. Wir machen den Eltern Verantwortung für das eigene Leben, das der Kinder und unserer Umwelt bewusst. Wir fördern Konfliktfähigkeit und Mut zur Auseinandersetzung.

Wesentliches Arbeitsprinzip ist der Non-Problem-Ansatz, d.h. dass die Möglichkeit des Aufenthalts in unseren Räumen, des Kontakts und Austauschs unabhängig von der Teilnahme an Kursen und anderen Angeboten besteht und keiner Legitimierung durch ein Problem bedarf. Dafür sorgen wir mit der Bereitstellung eines frei zugänglichen, angemessenen Kommunikationsraums, unserem offenen Treff. Wir sehen diesen als Zentrum eines sozialen, generationsübergreifenden Netzwerkes mit großfamilienähnlichen Strukturen im Stadtteil. Dieses Kernangebot wird durch vielfältige Angebote, z.B. im Bereich der Familienbildung, der Gesundheitsförderung und der Kultur ergänzt.

Ziele unserer Arbeit

Eltern- und Familienbildung

Im Sinne des §16 des Kinder- und Jugendschutzgesetzes steht im Mittelpunkt unserer Arbeit die Stärkung der Eltern in ihrer Erziehungskompetenz, ihrem Selbstwertgefühl und ihrem Selbstvertrauen. Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe dient dem Ziel, Frauen und Männer beim Entdecken ihrer eigenen Ressourcen zu begleiten und ihnen die Wahrnehmung von Verantwortung für ihr Leben und das ihrer Kinder zu ermöglichen.

Ein unterstützendes Klima für Selbsthilfegruppen und unkomplizierten Austausch im Alltag wecken den Mut zur Entwicklung kreativer Lebensentwürfe und zum kritischen Hinterfragen gesellschaftlich vorgegebener Rollenbilder. Dieses Klima ist Lernprozessen förderlich, die Toleranz und Akzeptanz den unterschiedlichsten Formen der Lebensgestaltung gegenüber wachsen lassen und es Frauen und Männern ermöglichen, voneinander zu lernen und sich in ihrer Unterschiedlichkeit wertzuschätzen.

Wir schaffen auch für Kinder einen öffentlichen, sozialen Lernraum mit Spielmöglichkeiten und der Chance des Kontakts zu anderen Kindern und Erwachsenen. Gleichzeitig erleben es Kinder als sehr bereichernd, ihre Eltern über die häusliche Mutter-/ Vaterrolle hinaus verantwortlich tätig zu sehen, wenn diese sich aktiv in die Gestaltung des Familienzentrums einbringen.

Elternarbeit

Im Projekt "Familienzentrum und Kindertagesstätte unter einem Dach" verfolgen wir das Ziel, Alltag in der Kindertagesstätte für die Eltern erlebbar und mitgestaltbar zu machen sowie mit den Familienbildungsangeboten einen breiteren Personenkreis zu erreichen. Die angestellten Fachkräfte in den Kindergärten sind um einen engen Kontakt zu den Elternhäusern bemüht, um professionelle Erziehungsarbeit für die Eltern transparent zu machen, ihnen Unterstützung und Impulse für die häusliche Erziehung zu geben und zu einer stärkeren, gegenseitig belebenden Zusammenarbeit zu gelangen. Das Familienzentrum erweitert durch sein Angebot die Begegnungsmöglichkeiten zwischen Eltern und Erziehern, aber auch zwischen den Eltern selbst.

Tagespflegevermittlung

Das Familienzentrum als Bindeglied zwischen häuslichem und professionellem bzw. öffentlichen Erziehungsalltag widmet sich auf dem Gebiet der Kindertagespflege der Vermittlung und Weiterbildung von Tagespflegepersonen. Das Angebotsspektrum von Kindergärten und Familienzentren ist auch für Tagespflegepersonen unterstützend: Räume, Veranstaltungen, Fortbildungen können von ihnen besucht und genutzt werden.

Gesundheitsförderung

In den Familienzentren und Kindergärten stehen gesunde Ernährung und Lebensweise sowie ein achtungsvoller Umgang mit unserer Umwelt im Blickpunkt. Durch gezielte Veranstaltungen, aber vor allem durch Integration von Spiel und Bewegung, gesunder Ernährung sowie Pflege und Gestaltung der umgebenden Landschaft in den Alltag soll das Bewusstsein für die Verantwortung jedes Einzelnen und die Lust auf Mitarbeit in den verschiedensten thematischen Projekten geweckt werden.

Frauenbildung

Ein Ziel der Familienzentren ist es, Frauen in ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung zu unterstützen, vor allem in der Phase der Veränderungen, die Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft mit sich bringen. Hier geht es um die Begleitung sowohl körperlicher als auch seelischer Entwicklungsprozesse, um unterstützende Angebote auf den Gebieten der Kommunikation, Selbstwahrnehmung und Selbstbehauptung sowie um die Auseinandersetzung mit der weiblichen Sichtweise bzw. deren Wertschätzung.

Väterarbeit

Das Familienzentrum unterstützt Männer, die aus dem klassischen männlichen Rollenbild aussteigen wollen und sich aktiv an der Familien- und Erziehungsarbeit beteiligen. Sie sollen ihre Ressourcen und Kompetenzen entdecken und mit ihrer männlichen Sichtweise und Energie den Alltag in der Kindertagesstätte und im Familienzentrum bereichern. Männliche Erzieher stehen ihnen als Kontaktpersonen und Identifikationsfiguren in der Kita zur Verfügung. Männer sollen ermutigt werden, ihre Wünsche und Bedürfnisse im Hinblick auf Gestaltung und Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben wahrzunehmen und in die öffentliche Diskussion einzubringen.

Politische Arbeit

Ziel des Mütterzentrum e.V. Leipzig ist es, sich aktiv an der öffentlichen politischen Diskussion zu Fragen der Familienbildung, Elternschaft, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur Problematik der Gleichstellung von Frau und Mann zu beteiligen und wichtige Impulse zu setzen. Des Weiteren zielen die Bemühungen auf die Bildung und Stärkung einer Lobby für Familien in Leipzig ab. Der Mütterzentrum e.V. Leipzig will einen Beitrag bei der Gestaltung der Stadt zum familienfreundlichen Standort leisten.

Generationsübergreifende Familienarbeit

Die Familienzentren arbeiten mit dem Ziel, der Vereinzelung in Kleinfamilien und der Isolation von Alleinerziehenden durch Schaffung großfamilienähnlicher Zusammenhänge entgegen zu wirken. Zum Einen soll durch entsprechende Angebote der Raum auch für ältere Menschen geöffnet werden, zum Anderen bindet die Möglichkeit ehrenamtlichen Engagements Lebenserfahrung und Sichtweise älterer Frauen und Männer in die Gestaltung des Alltags im Familienzentrum ein. Die verschiedenen Lebensalter können so voneinander profitieren.

Arbeitsformen und Methoden

Die Familienzentren vermitteln Bildung und Erfahrungen in der Form des selbst organisierten Lernens, wobei es sich stark an den BesucherInnen orientiert. Spezifische Beratungsangebote und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten im offenen Treff orientieren sich am Bedarf der BesucherInnen. Mit den Methoden des lebendigen und lebensnahen Lernens unterstützt das Familienzentrum die Hilfe von Laien für Laien, organisiert Vorträge, Gesprächsrunden und Kurse im Sinne der Elternbildung sowie Eltern-Kind-Kurse. Die offene Elternarbeit, Einzel- und Gruppengespräche sowie die Aktivierung und Begleitung von Selbsthilfegruppen sind von Praxis- und Prozessorientiertheit geprägt. Weiterhin gehören zu den Arbeitsformen des Vereins die regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter, Öffentlichkeitsarbeit, kulturelle Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen.

Zusätzliche Informationen